Bava Metzia 15

Kapitel 15

א דחזיא לקטנים
1 es ist dann für Kinder zu gebrauchen. –
ב והא דאמר רבא אם היתה טלית מוזהבת חולקין ה"נ דפלגי לה הא אפסדוה הא לא קשיא דחזיא לבני מלכים
2 Raba sagte, wenn es ein vergoldetes Gewand ist, teilen sie es; ist etwa auch hierbei zu verstehen, daß sie es durchschneiden, sie zerstören es ja!? – Dies ist kein Einwand, es ist für Königskinder zu gebrauchen. –
ג והא דתנן היו שנים רוכבין על גבי בהמה וכו' הכי נמי דפלגי לה הא אפסדוה בשלמא טהורה חזיא לבשר אלא טמאה הא אפסדוה אלא לדמי הכא נמי לדמי
3 Wir haben gelernt: Wenn zwei auf einem Tiere reiten &c. Ist etwa auch hierbei zu erklären, daß sie es zerschneiden, sie zerstören es ja!? Allerdings ist bei einem reinen das Fleisch zu gebrauchen, ein unreines aber vernichtet man ja!? Du mußt also erklären, dies beziehe sich auf den Geldwert, ebenso ist es auch dort auf den Geldwert zu beziehen.
ד אמר רמי בר חמא זאת אומרת המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
4 Rami b. Ḥama sagte: Diesbesagt, daß, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, dieser ihn geeignet habe;
ה דאי סלקא דעתך לא קנה חבירו תיעשה זו כמי שמונחת על גבי קרקע וזו כמי שמונחת על גבי קרקע ולא יקנה לא זה ולא זה אלא לאו ש"מ המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
5 denn wenn man sagen wollte, der Nächste habe ihn nicht geeignet, so sollte es hierbei ebenso sein, als läge die eine Hälfte auf der Erde und die andere Hälfteauf der Erde, somit sollte es weder der eine eignen noch der andere eignen. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn jemand einen Fund für seinen Nächstenaufhebt, dieser ihn dadurch eigne.
ו אמר רבא לעולם אימא לך המגביה מציאה לחבירו לא קנה חבירו והכא היינו טעמא מגו דזכי לנפשיה זכי נמי לחבריה
6 Raba erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir sagen, eignet, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, ihn dieser nicht, hierbei aber erfolgt dies aus folgendem Grunde: wenn er es für sicheignet, so eignet er es auch für seinen Nächsten.
ז תדע שאילו אמר לשלוחו צא וגנוב לי וגנב פטור ושותפין שגנבו חייבין מאי טעמא לאו משום דאמרינן מגו דזכי לנפשיה זכי נמי לחבריה ש"מ
7 Dies ist auch zu beweisen; wenn jemand zu seinem Vertreter sagte: geh und stiehl für mich, und dieser dies tut, so ist jener frei, wenn aber Gesellschafter gemeinschaftlich stehlen, so sind sie schuldig. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen: wenn er es für sich eignet, so eignet er es auch für seinen Nächsten. Schließe hieraus.
ח אמר רבא השתא דאמרת אמרינן מגו חרש ופקח שהגביהו מציאה מתוך שקנה חרש קנה פקח
8 Raba sagte: Da wir nun ausgeführt haben, das ‘wenn’sei zu berücksichtigen, so eignet, wenn ein Tauber und ein Vollsinnigerzusammen einen Fund aufheben, da der Taube ihn eignet, ihn auch der Vollsinnige. –
ט בשלמא חרש קנה דקא מגבה ליה בן דעת אלא פקח במאי קנה
9 Allerdings eignet ihn der Taube, da ein Verständiger ihn für ihn aufgehoben hat, wieso aber eignet ihn der Vollsinnige!? –
י אלא אימא חרש קנה פקח לא קנה ומאי מגו מגו דשני חרשין בעלמא קנו האי נמי קני
10 Sage vielmehr, der Taube eignet ihn, der Vollsinnige eignet ihn nicht. – Welches ‘wenn’ ist hierbei zu berücksichtigen? – Wenn sonst zwei Taube ihn eignen können, so eignet ihn auch dieser. –
יא האי מאי אם תמצא לומר המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו הני מילי היכא דקא מגבה ליה אדעתא דחבריה האי אדעתא דידיה קא מגבה ליה איהו לא קני לאחריני מקני
11 Was soll dies: allerdings eignet, wenn jemand einen Fund für seinen Nächsten aufhebt, ihn dieser, weil er ihn für diesen aufgehoben hat, hierbei aber hebt erihn ja für sich selber auf, und wenn er ihn für sich selber nicht eignet, wie sollte er ihn für einen anderen eignen!? –
יב אלא אימא מתוך שלא קנה פקח לא קנה חרש
12 Sage vielmehr; da ihn der Vollsinnige nicht eignet, so eignet ihn auch der Taube nicht.
יג וכי תימא מאי שנא משני חרשין דעלמא התם תקינו להו רבנן דלא אתי לאנצויי הכא מימר אמר פקח לא קני אנא אקני
13 Wenn du aber einwenden wolltest: wieso ist es denn hierbei anders als bei zwei Tauben, [so ist zu erwidern:] bei diesen haben die Rabbanan eine Verordnung getroffen, damit es nicht zu Streitigkeiten komme, hierbei aber sagt er: wenn der Vollsinnige es nicht eignet, wie sollte ich es eignen!?
יד אמר ליה רב אחא בריה דרב אדא לרב אשי דיוקיה דרמי בר חמא מהיכא אי נימא מרישא שנים אוחזין בטלית התם האי קאמר כולה שלי ואנא אגבהתה כולה והאי אמר כולה שלי ואנא אגבהתה כולה
14 R. Aḥa, Sohn des R. Ada, sprach zu R. Aši: Woher entnimmt diesRami b. Ḥama: wollte man sagen, aus dem Anfangsatze: wenn zwei ein Gewand halten, so sagt ja der eine, das ganze gehöre ihm, und er habe das ganze aufgehoben, und der andere sagt ebenfalls, das ganze gehöre ihm und er habe das ganzeaufgehoben!? –
טו אלא מהא דקתני זה אומר כולה שלי וזה אומר כולה שלי הא תו למה לי אלא ממשנה יתירה שמע מינה המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
15 Vielmehr aus [dem Passus], den er lehrt: und der eine sagt, das ganze gehöre ihm, und der andere sagt, das ganze gehöre ihm; dies ist ja nicht nötig? Vielmehr ist aus diesem überflüssigen Passus zu entnehmen, daß, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, dieser ihn eigne. –
טז והא אוקימנא רישא במציאה וסיפא במקח וממכר
16 Wir haben ja aber den Anfangsatz auf einen Fund und den Schlußsatz auf Kauf und Verkauf bezogen!? –
יז אלא מסיפא זה אומר כולה שלי וזה אומר חציה שלי הא תו למה לי אלא ממשנה יתירה שמע מינה המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
17 Vielmehr, dies ist aus dem Schlußsatze zu entnehmen: der eine sagt, das ganze gehöre ihm, und der andere sagt, die Hälfte gehöre ihm; dies ist ja nicht nötig? Vielmehr ist aus diesem überflüssigen Passus zu entnehmen, daß, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, dieser ihn eigne. –
יח וממאי דבמציאה דלמא במקח וממכר
18 Woher, daß dies sich auf einen Fund bezieht, vielleicht auf Kauf und Verkauf!?
יט וכי תימא אי במקח וממכר מאי למימרא איצטריך סלקא דעתך אמינא האי דקאמר חציה שלי להוי כמשיב אבידה וליפטר קמשמע לן דהאי איערומי קא מערים סבר אי אמינא כולה שלי בעינא אשתבועי אימא הכי דאהוי כמשיב אבידה ואיפטר
19 Wolltest du entgegnen, von Kauf und Verkauf brauche dies nicht gelehrt zu werden, [so ist zu erwidern:] man könnte glauben, der, welcher sagt, die Hälfte gehöre ihm, gelte als Wiederbringer eines Fundesund sei [vom Eide] frei, so lehrt er uns, daß dies als List zu betrachten sei, denn er denkt wie folgt: wenn ich sage, das ganze gehört mir, so muß ich schwören, ich will lieber sosagen, somit als Wiederbringer eines Fundes gelten und [vom Eide] frei sein. –
כ אלא מהא היו שנים רוכבין על גבי בהמה הא תו למה לי אלא ממשנה יתירה שמע מינה המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
20 Dies ist vielmehr aus folgendem zu entnehmen: wenn zwei auf einem Tiere reiten; dies ist ja nicht nötig? Aus dieser überflüssigen Lehre ist also zu entnehmen, daß, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, dieser ihn eigne. –
כא ודלמא הא קמשמע לן דרוכב נמי קני
21 Vielleicht will er uns damit lehren, daß auch der Reiteres eigne!? –
כב אלא מסיפא בזמן שהן מודין או שיש להן עדים חולקין בלא שבועה במאי אי במקח וממכר צריכא למימר אלא לאו במציאה ושמע מינה המגביה מציאה לחבירו קנה חבירו
22 Vielmehr, aus dem Schlußsatze: wenn sie es einander zugestehen oder Zeugen haben, so teilen sie ohne Schwur; von Kauf und Verkauf braucht dies ja nicht gelehrt zu werden, somit gilt dies wahrscheinlich von einem Funde. Hieraus ist also zu entnehmen, daß, wenn jemand für seinen Nächsten einen Fund aufhebt, dieser ihn eigne.
כג ורבא אמר לך מגו דזכי לנפשיה זכי נמי לחבריה:
23 Raba aber kann dir erwidern: da er ihn für sich selbst eignet, so eignet er ihn auch für seinen Nächsten.
כד היו שנים רוכבין: אמר רב יוסף אמר לי רב יהודה
24 W<small>ENN ZWEI &amp;C. REITEN</small>. R. Joseph sagte: R. Jehuda sagte mir,